Blaue Lava – Ein erstaunliches Naturphänomen

Blaue Lava klingt wie etwas aus einem Fantasyfilm, doch das Phänomen existiert tatsächlich – wenn auch anders, als viele zunächst vermuten. Bei der sogenannten blauen Lava handelt es sich nicht um geschmolzenes Gestein, das von Natur aus blau leuchtet, sondern um ein faszinierendes Zusammenspiel aus Chemie, Hitze und Licht.

Besonders bekannt ist dieses Phänomen vom Vulkan Kawah Ijen in Indonesien. Dort treten große Mengen Schwefelgase aus dem Inneren des Vulkans aus. Diese Gase entzünden sich beim Kontakt mit Sauerstoff, da sie extrem heiß sind – oft über 600 Grad Celsius. Das entstehende Feuer brennt in einem intensiven Blau und fließt über die Hänge des Vulkans, wodurch der Eindruck von „blauer Lava“ entsteht.

Die eigentliche Lava bleibt dabei weiterhin rot oder orange, wie man es von Vulkanausbrüchen kennt. Das Blaue stammt ausschließlich von den brennenden Schwefelverbindungen, die vor allem nachts besonders eindrucksvoll leuchten. Im Dunkeln wirkt es, als würde flüssiges, blaues Licht den Vulkan hinabströmen.

Neben ihrer Schönheit ist blaue Lava jedoch auch gefährlich. Die Schwefeldämpfe sind hochgiftig und können Atemwege und Augen schädigen. Menschen, die sich diesem Naturschauspiel nähern, müssen Schutzmasken tragen und große Vorsicht walten lassen. Trotz der Risiken arbeiten dort Schwefelminenarbeiter unter extremen Bedingungen – ein weiterer Aspekt, der das Phänomen eindrucksvoll, aber auch nachdenklich macht.

Zusammenfassend ist blaue Lava kein eigenständiger Laventyp, sondern ein seltenes optisches Naturphänomen, das durch brennende Schwefelgase entsteht. Sie zeigt eindrucksvoll, wie überraschend und vielfältig die Natur sein kann – zugleich aber auch, wie gefährlich ihre Kräfte sind.