Holzverbrauch in Deutschland – Überblick und Daten

Holzverbrauch in Deutschland – Überblick und Daten

Der Holzverbrauch zählt zu den wichtigen Kennzahlen der Forst‑ und Holzwirtschaft. Er zeigt, wie viel Holz als Rohstoff, Baustoff, Energiequelle oder Material in der Wirtschaft und im privaten Bereich genutzt wird – und gibt Hinweise auf ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen.

Holzeinschlag und -erzeugung

Holzeinschlag 2023: In den deutschen Wäldern wurden 70,6 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Das war ein Rückgang von 10,3 % gegenüber 2022 (78,7 Mio. m³) – vor allem aufgrund geringerem Schadholzeinschlag. Etwa 55 % davon wurde als Stammholz (u. a. Bauholz) genutzt, 20 % als Industrieholz und knapp 20 % als Energieholz. (Destatis)

Holzeinschlag 2024: Nach vorläufigen Angaben lag der Einschlag im Jahr 2024 bei rund 61,2 Millionen Kubikmetern – deutlich unter früheren Jahren, was auf sinkende Schadholzmengen und Veränderungen in der Forstwirtschaft hindeutet. (Destatis)

Diese Einschlagzahlen sind ein wichtiger Anhaltspunkt für den Holzverbrauch, weil der Großteil des Holzes nach der Ernte in weiterverarbeitete Produkte oder zur energetischen Nutzung gelangt.


Gesamtverbrauch von Holz und Holzprodukten

Neben dem Holzeinschlag wird Holz in Deutschland auch importiert, recycelt oder aus Altholz gewonnen und dann verbraucht. Die Gesamtholzbilanz des Thünen‑Instituts zeigt, wie sich der Verbrauch über Jahrzehnte entwickelt hat:

  • In den 1990er Jahren lag der Verbrauch teilweise über 100 Mio. m³ pro Jahr.
  • Bis 2022 reduzierte sich der Gesamtverbrauch tendenziell auf etwa 118,5 Mio. m³ Rohholzäquivalent.
    Diese Bilanz berücksichtigt nicht nur frisch eingeschlagenes Holz, sondern auch importierte Rohstoffe und Holzprodukte sowie Altholz. (Thünen-Institut)

Der Holzverbrauch bleibt damit auf hohem Niveau, auch wenn er gegenüber früheren Spitzenjahren etwas gesunken ist. Die Menge zeigt, welche Bedeutung Holz als Rohstoff für Industrie, Bauwesen und Energie hat.


Holzverbrauch pro Kopf und Nutzungsmuster

Pro‑Kopf‑Verbrauch: Deutschland liegt beim Holzverbrauch pro Person über dem globalen Durchschnitt. So liegt der Pro‑Kopf‑Holzverbrauch bei rund 1,2 m³ pro Jahr, was etwa dem Wert aus früheren Jahrzehnten entspricht und deutlich über dem globalen Durchschnitt von ca. 0,5 m³ pro Jahr liegt. (WWF Deutschland)

Verwendungszwecke:

  • Materialnutzung (Bauholz, Möbel, Papier, Spanplatten) macht einen großen Anteil der Nutzung aus und sorgt für langlebige Holzprodukte.
  • Energetische Nutzung (Heizen, Pellets, Hackschnitzel) nimmt weiter zu, besonders im Kontext erneuerbarer Energien und steigender Nachfrage nach CO₂‑neutralen Brennstoffen. Moderne Anlagen verbrennen Holz in industriellem Maßstab, was zu besseren Absatzmöglichkeiten führt. (Energie und Management)

Deutschland im internationalen Vergleich

Deutschland gehört zu den Ländern mit einem hohen Holzverbrauch und einer bedeutenden Forst‑ und Holzwirtschaft. Nach Daten zur Domestic Material Consumption of Wood liegt Deutschland im Jahr 2023 auf Platz 3 in Europa, gemessen am Gesamtverbrauch (in Millionen Tonnen bzw. Materialäquivalent). (ReportLinker)

Damit spielt Holz nicht nur national, sondern auch im europäischen Kontext eine wichtige Rolle als Rohstoffbasis für Industrie, Bauwesen und Energie.


Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte

Nachwachsender Rohstoff: Holz gilt als nachwachsender Rohstoff und ist in vielen Bereichen ökologisch sinnvoll – sofern nachhaltige Waldbewirtschaftung sichergestellt ist. In Deutschland gilt grundsätzlich, dass nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst. (Thünen-Institut)

Kritische Stimmen: Umweltverbände warnen davor, dass ein weiterhin hoher Holzverbrauch, insbesondere zur Energiegewinnung, ökologische Risiken birgt. So ist der Verbrauch pro Kopf deutlich höher als im weltweiten Vergleich. Zudem reicht die hiesige Waldfläche nicht aus, um die gesamte Nachfrage allein mit heimischem Holz zu decken, wenn ökologische Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden sollen. (WWF Deutschland)


Fazit – Holzverbrauch in Deutschland 2025

  • Stabil hoher Verbrauch: Deutschland nutzt weiterhin hohe Mengen Holz (in der Größenordnung von vielen Dutzend Millionen Kubikmetern pro Jahr), sowohl als Rohstoff als auch für die Energieerzeugung. (Thünen-Institut)
  • Holzeinschlag gesunken: Die Holzerzeugung ist 2023 und vermutlich auch 2024 gesunken, was u. a. mit weniger Schadholz zusammenhängt. (Destatis)
  • Pro‑Kopf‑Verbrauch hoch: Der durchschnittliche Holzverbrauch pro Einwohner liegt bei rund 1,2 m³ pro Jahr – mehr als doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. (WWF Deutschland)
  • International relevant: Deutschland zählt zu den Top‑Verbrauchern in Europa beim Gesamtmaterialverbrauch aus Holz. (ReportLinker)
  • Nachhaltigkeitsfragen: Trotz hoher Produktionskapazitäten gibt es ökologische Debatten darüber, wie der Holzverbrauch langfristig mit Klima‑ und Biodiversitätszielen vereinbar bleibt. (WWF Deutschland)

Wenn du willst, kann ich Grafiken oder Tabellen zur Entwicklung des Holzverbrauchs über die letzten Jahrzehnte ergänzen – oder Bereiche wie Bauholz vs. Energieholz genauer aufschlüsseln. Sag einfach Bescheid!