Ja – Gottesanbeterinnen (Mantiden) können tatsächlich springen, aber nicht alle Arten gleich gut und nicht in dem Sinne wie Heuschrecken.
Können Gottesanbeterinnen springen?
Die kurze Antwort lautet:
Ja, sie können springen bzw. sich mit einem schnellen „Absprung“ fortbewegen.
Allerdings ist das Verhalten etwas anders als bei typischen Sprunginsekten:
- Sie sind keine klassischen „Sprung-Spezialisten“ wie Heuschrecken
- Ihr „Sprung“ ist meist ein kurzer, ruckartiger Abstoß mit den Beinen
- Oft wird er mit Klettern, Fallenlassen oder kurzen Flügen kombiniert
Wie funktioniert das Springen?
Gottesanbeterinnen nutzen ihre kräftigen Beine, um sich schnell abzustoßen. Besonders junge Tiere (Nymphen) springen häufig, zum Beispiel:
- um von Pflanze zu Pflanze zu wechseln
- um Beutegreifern zu entkommen
- um schnell einen besseren Jagdplatz zu erreichen
Auch adulte Tiere können solche schnellen Sprünge zeigen, aber sie verlassen sich stärker auf:
- Klettern
- Tarnung
- plötzliche Fangbewegungen
- bei Männchen zusätzlich Flugfähigkeit
Unterschied zwischen Männchen und Weibchen
Interessant ist, dass es Unterschiede im Verhalten gibt:
- Männchen sind leichter gebaut und nutzen häufiger Sprung und Flug zur Fortbewegung
- Weibchen sind schwerer und eher kletter- und lauerorientiert
Einige Arten zeigen besonders bei jungen Stadien ein deutliches „Hüpfen“ aus kleinen Behältern oder von Pflanzen, was oft als Springen wahrgenommen wird. (gottesanbeterin-forum.de)
Warum wirkt es manchmal wie ein „Sprung auf Menschen“?
Viele Beobachtungen entstehen durch das typische Verhalten der Tiere:
- Sie suchen oft den höchsten Punkt in ihrer Umgebung
- Wenn eine Hand oder ein Arm höher ist als die Pflanze, klettern sie oder stoßen sich ab
- Dabei kann es so aussehen, als würden sie „springen“
In Wirklichkeit ist es meist eine Kombination aus:
- Klettern
- schneller Bewegung
- kurzer Abstoßreaktion
Können sie wirklich weit springen?
Im Vergleich zu echten Springspezialisten:
- Heuschrecken: sehr starke, weite Sprünge
- Flöhe: extrem hohe Sprünge
- Gottesanbeterinnen: eher kurze, kontrollierte Sprünge
Ihre Anatomie ist stärker auf:
- Beutefang mit Blitzreflexen (Fangschlag in Millisekunden) (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
- Tarnung und Lauerjagd
als auf weite Sprungstrecken ausgelegt.
Fazit
Gottesanbeterinnen können springen, aber:
- eher kurz und situationsabhängig
- vor allem bei jungen Tieren deutlich sichtbar
- kombiniert mit Klettern oder kurzen Flügen
- kein echtes „Weitspringen“ wie bei Heuschrecken
Der Eindruck eines Sprungs entsteht oft durch ihre schnelle, überraschende Bewegung und ihren Instinkt, immer die höchste Position einzunehmen.