„Pfauenauge steht für Tod“ – stimmt das?

Immer wieder hört man die Behauptung, das Pfauenauge – meist ist damit das Tagpfauenauge (ein heimischer Schmetterling) oder allgemein das auffällige Augenmuster auf Flügeln gemeint – stehe symbolisch für den Tod. Doch stimmt das wirklich?

Kurz gesagt: Nein, das Pfauenauge steht nicht grundsätzlich für den Tod. Diese Bedeutung ist eher ein Mythos, der aus einzelnen kulturellen Deutungen entstanden ist.

Das Tagpfauenauge wird in Europa traditionell eher mit Schutz, Wachsamkeit und Erneuerung in Verbindung gebracht. Seine auffälligen „Augen“ auf den Flügeln dienen in der Natur dazu, Fressfeinde abzuschrecken. Symbolisch wurden diese Augen deshalb oft als Zeichen des Schutzes oder des „Alles-Sehens“ interpretiert – nicht als Todesomen.

Die Verbindung zum Tod stammt vor allem aus Aberglauben und regionalen Überlieferungen. In manchen Gegenden galt das Erscheinen eines Schmetterlings im Haus – unabhängig von der Art – als Vorbote von Unglück oder Tod. Diese Vorstellung entstand vermutlich, weil Schmetterlinge seit jeher mit der Seele in Verbindung gebracht werden. In der Antike bedeutete das griechische Wort psyche sowohl „Seele“ als auch „Schmetterling“. Daraus entwickelte sich die Idee, Schmetterlinge könnten Boten aus der Welt der Verstorbenen sein.

In vielen anderen Kulturen hat das Pfauenauge jedoch eine positive Bedeutung. Es steht für Wandel, Wiedergeburt und Hoffnung, da Schmetterlinge die Verwandlung vom Raupenstadium zum Falter durchlaufen. Auch in der Kunst und Spiritualität wird das Pfauenauge häufig als Symbol für Neuanfang und innere Entwicklung gesehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
Das Pfauenauge steht nicht allgemein für den Tod. Die Vorstellung ist kulturell und historisch bedingt, aber keineswegs universell. In den meisten Deutungen symbolisiert es vielmehr Schutz, Transformation und das Weiterleben der Seele – oft sogar etwas sehr Positives.