Der Schwalbenschwanz ist einer der bekanntesten und schönsten Schmetterlinge Europas. Mit seinen auffälligen Farben und seiner eleganten Flugweise zieht er die Aufmerksamkeit von Naturfreunden und Schmetterlingsliebhabern gleichermaßen an. In diesem Steckbrief erfährst du alles Wichtige über den Schwalbenschwanz (wissenschaftlich Papilio machaon), von seiner Erscheinung bis hin zu seinen Lebensgewohnheiten.
1. Wissenschaftlicher Name:
- Wissenschaftlicher Name: Papilio machaon
- Familie: Schwalbenschwänze (Papilionidae)
2. Aussehen:
- Flügelspannweite: 70 bis 90 mm
- Farbe: Die Oberseite der Flügel ist leuchtend gelb mit schwarzen Bändern und Punkten. Die Vorderflügel haben ein charakteristisches schwarzes, leicht gekrümmtes Band, während die Hinterflügel mit blauen und roten Augenflecken verziert sind.
- Schwänze: Die Hinterflügel des Schwalbenschwanzes besitzen zwei lange, schwarze „Schwänze“, die an die Schwänze von Schwalben erinnern und dem Schmetterling seinen Namen geben. Diese Schwänze sind nicht nur ein Markenzeichen, sondern auch eine Schutzfunktion gegen Fressfeinde.
- Untere Flügelseite: Die Unterseite der Flügel ist braun mit hellen, oft rötlichen Augenflecken und weißen Streifen, die den Schmetterling gut tarnt, wenn er ruht.
3. Verbreitung:
- Der Schwalbenschwanz ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Asien und Nordafrika vor. In Europa findet man ihn vor allem in südlichen und gemäßigten Regionen, in Gebirgen und auf Wiesenflächen. Auch in Nordafrika, insbesondere in Marokko, sowie im Nahen Osten ist der Schwalbenschwanz heimisch.
- Besonders häufig anzutreffen ist der Schwalbenschwanz in offenen Landschaften, Wiesen, Gärten und entlang von Waldrändern.
4. Lebensraum und Vorkommen:
- Der Schwalbenschwanz bevorzugt warme, sonnige Gebirgslagen sowie Blumenwiesen und Weiden. Er ist sowohl in Flachlandgebieten als auch in höheren Lagen anzutreffen, wobei er für eine artenreiche Flora auf Nahrungssuche ist.
- Auch in Gärten mit vielen Blühpflanzen lässt sich der Schwalbenschwanz immer häufiger beobachten, da er an den Blüten Nektar saugt.
5. Lebensweise und Verhalten:
- Flugverhalten: Der Schwalbenschwanz fliegt majestätisch und langsam, was es ermöglicht, ihn mit seiner eleganten Flugweise zu beobachten. Er fliegt in der Regel flach und schwenkt dann in einem Bogen nach oben, was ihm ein sehr anmutiges Aussehen verleiht.
- Nahrung: Im Erwachsenenstadium ernährt sich der Schwalbenschwanz hauptsächlich von Nektar. Besonders gerne wird er von Pflanzen wie Doldenblütlern (z.B. Fenchel, Dill, Petersilie) und Kleearten angezogen. Die Raupen fressen dagegen Blätter von Pflanzen wie Möhre, Fenchel und Kardamom.
6. Fortpflanzung:
- Der Schwalbenschwanz legt seine Eier bevorzugt an den Blättern von Doldenblütlern und anderen Pflanzen der Familie der Apiaceae ab. Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bis sie sich schließlich zu einem Kokon verpuppen.
- Eier: Die Eier sind klein und grünlich oder gelb und haften an den Blättern der Wirtspflanzen.
- Raupen: Die Raupen sind in der ersten Phase grün, später entwickeln sie sich zu auffällig gefärbten Tieren mit schwarzen Streifen und roten Punkten.
- Puppe: Die Puppe ist bräunlich und hängt häufig an einem Blatt oder Zweig. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpft der fertige Schmetterling.
7. Lebensdauer:
- Die Lebensdauer des Schwalbenschwanzes variiert je nach Lebensstadium. Als erwachsener Schmetterling lebt er normalerweise nur etwa zwei bis drei Wochen. Die Raupenphase dauert mehrere Wochen, während die Puppenphase zwischen zwei und drei Wochen dauert.
8. Besonderheiten:
- Der Schwalbenschwanz ist bekannt für seine auffällige Flugweise, bei der er stets in großen Bögen fliegt und oft abrupt seine Richtung ändert.
- Schwänze: Die langen „Schwänze“ an den Hinterflügeln sind nicht nur ein markantes Erkennungsmerkmal, sondern haben auch eine Schutzfunktion. Sie lenken Angreifer von den empfindlicheren Körperteilen des Schmetterlings ab und dienen als „Ablenkung“ bei Angriffen von Raubtieren.
- Gefährdung: In vielen Gebieten ist der Schwalbenschwanz relativ weit verbreitet, aber aufgrund von Lebensraumverlust und der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft sind seine Bestände in einigen Regionen rückläufig.
9. Schutz und Erhaltung:
- Der Schwalbenschwanz profitiert von der Erhaltung naturnaher Lebensräume wie Wiesen, Gärten und Gebirgslagen. Um den Schmetterling zu unterstützen, können Gärtner in ihren Gärten Wildpflanzen anpflanzen, die sowohl als Nahrungsquelle für die Erwachsenen als auch als Wirtspflanzen für die Raupen dienen.
- Das Vermeiden von Pestiziden und die Förderung einer vielfältigen Flora sind wichtige Maßnahmen, um den Schwalbenschwanz und andere Schmetterlingsarten zu schützen.
Fazit:
Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist ein faszinierender Schmetterling, der sowohl durch sein auffälliges Aussehen als auch durch seine anmutige Flugweise beeindruckt. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 90 mm gehört er zu den größeren Schmetterlingen in Europa. Sein Lebensraum sind sonnige Wiesen und Gebirgslagen, und seine Raupen sind auf bestimmte Pflanzen wie Fenchel und Möhre angewiesen. Der Schwalbenschwanz ist ein wichtiger Bestäuber und ein wertvoller Bestandteil des natürlichen Ökosystems. Wer ihn in seinem Garten oder auf einer Wanderung entdeckt, wird mit einem der schönsten Schmetterlinge belohnt.