Die Gottesanbeterin (Ordnung Mantodea) ist ein faszinierender Insektenschläger, der vor allem durch ihre typische Haltung mit nach vorne gefalteten „Betenden“ Vorderbeinen auffällt. In Deutschland sind einige Arten heimisch, die oft in wärmeren Regionen anzutreffen sind. Sie sind nützlich für den Garten, da sie Schädlinge fressen, aber auch gut geschützt, da sie selten sind.
1. Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
- Verbreitung: Süddeutschland, bevorzugt warme, sonnige Standorte wie Weinberge, Gartenflächen und Trockenrasen.
- Färbung: Meist grün, gelegentlich bräunlich – Farbwechsel je nach Umgebung möglich.
- Größe: Weibchen bis 7–8 cm, Männchen etwas kleiner.
- Merkmale: Dreieckiger Kopf mit großen Facettenaugen, lange, gefaltete Vorderbeine.
- Besonderheit: Einzige in Deutschland natürlich vorkommende Gottesanbeterin-Art, weit verbreitet in Südeuropa.
2. Schwarze Gottesanbeterin (Empusa fasciata)
- Verbreitung: Selten, vorrangig in Süddeutschland in kalkreichen Trockenrasen und warmen Hängen.
- Färbung: Dunkelbraun bis schwarz, mit auffälligen Bandzeichnungen an den Beinen.
- Größe: 5–7 cm.
- Merkmale: Schmale, fast filigrane Vorderbeine, auffällige Kopffortsätze („Horn“).
- Besonderheit: Sehr selten und streng geschützt, daher Beobachtung nur ohne Störung.
3. Orientalische Gottesanbeterin (Miomantis paykullii) – gelegentliche Fundorte
- Verbreitung: Vor allem in Gewächshäusern oder wärmeren Lagen, Einwandererart aus Südeuropa.
- Färbung: Grünlich bis hellbraun.
- Größe: 4–6 cm.
- Besonderheit: Kann in einzelnen Jahren in Deutschland gesichtet werden, etabliert sich aber meist nicht dauerhaft.
4. Lebensweise und Verhalten
- Nahrung: Räuberisch, frisst Insekten wie Heuschrecken, Fliegen oder Schmetterlinge.
- Fortpflanzung: Weibchen legen Eier in eine Eikapsel (Oothek), die den Winter überdauert.
- Tarnung: Hervorragende Anpassung an die Umgebung, grüne Arten auf Blättern, braune auf Ästen oder trockenen Pflanzen.
- Schutzstatus: Alle einheimischen Gottesanbeterin-Arten sind besonders geschützt (§ 44 BNatSchG in Deutschland).
5. Beobachtungstipps
- Beste Zeit: Sommermonate Juli bis September.
- Standort: Sonnige, warme Plätze, blütenreiche Wiesen, Weinberge.
- Verhalten: Langsame Bewegung, „betende“ Haltung mit Vorderbeinen, bei Gefahr: blitzschnelle Attacke auf Beute.
- Hinweis: Fotografieren statt fangen, da die Arten geschützt sind.
Fazit
In Deutschland ist die Europäische Gottesanbeterin die am häufigsten vorkommende Art, während andere Arten wie Empusa fasciata oder gelegentlich orientalische Arten sehr selten sind. Sie sind faszinierende Räuber, gut getarnt und ein wertvoller Teil der heimischen Insektenwelt. Wer sie beobachten möchte, sollte dies respektvoll tun, um die empfindlichen Populationen nicht zu stören.
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